Arzt-Patienten Seminar am 8.10.2008 der SHG COMO im Prediger




Mit Medikamenten gegen Entzündungsaktivität
Como-Selbsthilfegruppe: Arzt-Patienten-Seminar Schwäbisch Gmünd (kfr) _"Mit Blick über den Tellerrand", unter diesem Motto stand ein Arzt-Patienten-Seminar, zu dem die Selbsthilfegruppe COMO ins Refektorium des Prediger eingeladen hatte. Es ging hier um Leitlinien in der Betreuung von CED (chronisch entzündliche Darmerkrankung). Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von dem Gastroenterologen Dr. Friedrich Dreher.
Zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zählen Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarm und Divertikel. Die Erkrankungen verlaufen meistens schubweise. Es gibt leichte, mittlere und schwere Schübe. Momentan kann man diese Krankheiten nicht heilen, aber man kann mit Medikamenten die Entzündungsaktivität verringern und versuchen, Rückfälle zu vermeiden. Aus diesem Grund waren zum Seminar viele Pharma-Firmen eingeladen, die im Eingangsbereich ihre Medikamente vorstellten. Wer wollte konnte auch ein paar Proben von Vitaminen, Salben oder auch sogar laktosefreien Lebensmitteln wie Käse oder Pudding mitnehmen.
Die Vorsitzende der COMO-Selbsthilfegruppe Evelyn Riedl eröffnete den 11. Deutschen Crohn-Colitis-Tag der COMO und stellte Dr. Friedrich Dreher aus Rottenburg, der auch der Sprecher der DCCV (Deutsche Selbsthilfevereinigung von und für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) ist, vor.
"Blick über den Tellerrand"
"Mit Blick über den Tellerrand" bedeutet, dass man manchmal zur Behandlung von CED auch alternative Medizin einsetzen muss um eine Besserung zu erlangen. Durch den Fortschritt habe sich die Lebensqualität der Betroffenen in den letzten zwanzig Jahren erheblich gesteigert. Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, sei deutlich geringer geworden, versicherte Dr. Dreher.
Er ging auf die Darmerkrankungen ein und sprach über die verschiedenen Arten der Diagnostik wie Beschwerden, Familiengeschichte, Ultraschall, Darmspiegelung und _ ganz wichtig _ die Laborwerte. Auch wenn die Schulmedizin die sichere Variante sei, griffen immer mehr Ärzte auf die alternative Medizin zu, da sie in Verbindung mit der Schulmedizin wahre Wunder bewirken könne, so der Referent. Die Medikamente, die am häufigsten eingesetzt werden seien Kortison, Steroide und Probiotika. Falls keine Medizin mehr helfen sollte, könne man noch auf die komplementäre Methoden wie Ernährungs- und Psychotherapie zurückgreifen. Er erzählte von verschiedenen Zusammensetzungen von Medikamenten, die er selbst in seiner Praxis schon verschrieben habe, und wie sie bei Patienten geholfen haben. "Doch jeder Mensch spricht anders auf die Medikamente an", so Dreher. "Es gibt schon viele Menschen, bei denen die Symptome einer CED schon seit Jahren nicht mehr aufgetreten sind." Fragen aus dem Publikum
Zum Schluss hatten die Zuhörer noch Gelegenheit, Fragen zu stellen. Hier ging es vor allem um bestimmte Medikamente und deren Wirkung, aber auch um die Beschwerdesymptomatik der Darmerkrankungen.
Nächstes Jahr feiert die COMO ihr zwanzigjähriges Bestehen und zu diesem Anlass findet ein Seminar mit mehreren Referenten statt, unter anderem wird auch Dr. Dreher wieder dabei sein. Mehr Informationen über die Selbsthilfegruppe unter www.como-gmuend.de oder persönlich bei Evelyn Riedl Tel. 0 71 71 / 79 51 50.